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03.02.2009

Non, rien!

von Alcatel-Lucent — Letzte Änderung 03.02.2009 01:00
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Am 27. Januar fanden in Frankreich die Tarifverhandlungen statt. Rausgekommen ist dabei nichts. ALU will keinen Cent mehr herausrücken und damit basta!

Auf welchem Planeten lebt das ALU-Topmanagement eigentlich? Verwaayen verlangt von den Mitarbeitern: Einsatz, Schnelligkeit, Leidenschaft, etc. „Wir haben hervorragende Talente, eine breite Kundenbasis und großartige Ideen“, so Verwaayen, nur zahlen will er und Seinesgleichen dafür nicht.

Geld spielt für Verwaayen selber aber eine große Rolle.

Er erhält € 1.2 Mio pro Jahr und einen fetten Bonus, der auf 150% (€ 1,8 Mio) seines Gehalts festgesetzt ist. Je nachdem wie er „performed“ und wie er beurteilt wird, bekommt er zwischen 0% und 200% dieses Bonuses. Im „besten“ Fall gibt es für ihn €3,6 Mio „on top“. Nicht schlecht, damit würden wir eine Nullrunde auch locker ertragen.

Stellt sich die Frage, ob wir als MitarbeiterInnen leer ausgehen müssen, damit die €6 Mio Abfindung für Pat Russo bezahlt werden kann? Tja, und schließlich müssen wir noch auf den 15. September 2010 sparen. Da wird nämlich eine jährliche Rente von $740.000 für Russo fällig. Sie hat es sich schließlich redlich „verdient“, oder?

Wie dem auch sei, wir haben andere Sorgen als ein Verwaayen. Vor seiner Ernennung zum CEO schwamm er drei Monate lang entspannt in seinem Pool. Sein größtes Problem dabei war wahrscheinlich, welchen Cocktail er als nächsten trinken soll. Sorge um seinen Arbeitsplatz und Zukunftsängste? Wohl eher nicht!

Geplant ist, statt einer Gehaltserhöhung soll jede/r MitarbeiterIn 400 Stockoptionen bekommen. Mit einem derzeitigen Aktienkurs von €1,50 ist das nicht gerade ein Anreiz, sich für Verwaayen den Hintern aufzureißen. Wertlose Aktienoptionen hin-oder her, jedenfalls erhielt Verwaayen bei Amtsantritt gleich mal 250.000 dieser Optionen – so als „Zuckerl“. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Ist es wirklich so einfach, wie Mr. Verwaayen es sich vorstellt? In Frankreich gab es am 29. Januar einen ersten Streik. In Deutschland werden die KollegInnen bei der erstbesten Gelegenheit der Firma wohl den Rücken kehren oder, dank Verwaayen, demotiviert weiterarbeiten. Was das erst kostet!

Wenn ALU möchte, dass die Mitarbeiter sich für diese honorige Firma einsetzen, alles mögliche ändern, mit der Gefahr leben, dass ihr Arbeitsplatz morgen weg sein könnte, muss sie auch etwas dafür bieten. Wertlose Aktienoptionen und billige Durchhalteparolen sind nicht der Bringer, Mr. Verwaayen!

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