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Untersuchungsbericht zur Berliner S-Bahn-Krise

erstellt von Standpunkt-Redaktion — zuletzt verändert: 28.06.2011 14:00
Es handelt sich um den Untersuchungsbericht einer Wirtschaftsprüfergesellschaft und eines Anwaltsbüros zu den chaotischen Zuständen bei der Berliner S-Bahn. Dieser Bericht ist vom Vorstand der DB AG in Auftrag gegeben und ist daher zu dem für den Auftraggeber güstigen Ergebnis versehen. Die Ursachen für dies sicherheitsgefährdenden Zustände wird "natürlich" nicht im Privatisierungskurz der Deutschen Bahnen gesehen, sondern im Fehlverhalten einzelner Personen. Ein politscher Strategiewechsel, hin zur Daseinsvorsorge der Bahn für die Bevölkerung, ist daher weder bei der Berliner S-Bahn noch beim DB-Konzern zu erwarten sein.

Untersuchungsbericht zur Berliner S-Bahn.pdf — PDF document, 356 kB (364874 bytes)

(2) Kommentare

Anonymer Benutzer 25.02.2010 15:13
Der Bericht ist allein auf dem Mist der Anwaltskanzlei Gleiss/Lutz gewachsen, wenn man dem Tagesspiegel Glauben schenken will.

"Ursprünglich sei vorgesehen gewesen, die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG zusammen mit Gleiss Lutz die Vorgänge bei der S-Bahn untersuchen zu lassen, bestätigte am Mittwoch ein Bahnsprecher. Den Auftrag habe dann aber nur Gleiss Lutz erhalten: Nur die Kanzlei sei mit ihrer Erfahrung in der Lage gewesen, auch die technischen Abläufe bei der Anschaffung und Wartung der Fahrzeuge der Baureihe 481 zu analysieren, die Brems- und Radprobleme hatten und hat, sagte der Bahnsprecher."
(siehe: http://www.tagesspiegel.de/[…]/Verkehr-S-Bahn;art18614,3040824)

Die Kanzlei Gleiss/Lutz ist eine langjährige Geschäftspartnerin der Bahn. Der Bericht ist für die Öffentlichkeit geschrieben und auch bei der Bahn herunterzuladen (siehe: http://www.deutschebahn.com/[…]/ergebnisbericht__sb__bahn__berlin.pdf). Dass die Bahn sich mit diesem "Gutachten" selbst kritisiert ist ja wohl kaum zu erwarten.

Ein Blick in den Bericht lohnt sich trotzdem. Ahnungslose ("prozessferne") Führungskräfte, fehlerhafte Arbeitsanweisungen, fiktive Abteilungen, verängstigte Mitarbeitern, Einschüchterung von Kritikern - das alles scheint bei der (S-)Bahn normal zu sein. Mir kommt das alles sehr vertraut vor.

Solange wir an der Basis da mitspielen, wird sich auch nichts ändern. Ein paar Bauernopfer, und weiter geht es im alten Stil.
Anonymer Benutzer 25.02.2010 16:45
Dazu passt der folgende Beitrag auf dem Management-Blog des Handelsblattes:

"PR-Trick: Wenn Anwälte-Gutachten Persilscheine sein sollen

Groß ist plötzlich die Aufregung um ein Gutachten der renommierten Kanzlei Gleiss Lutz für die Deutsche Bahn im Zusammenhang mit der S-Bahn-Affäre.

Also vorweg: Ein Gutachten einer Kanzlei – noch dazu bezahlt von einem Klienten – ist nie ein unabhängiges. Es kann ausgewogen sein oder sehr neutral ausfallen, aber es ist und bleibt nur ein Gutachten. So ähnlich wie die Präsentation einer Unternehmensberatung oder einer Werbeagentur.

Nun aber als Auftraggeber der Öffentlichkeit weismachen zu wollen, dieses Gutachten sei eine Art unabhängiges Gerichtsurteil ist lediglich ein – mieser – PR-Trick. Nicht mehr und nicht weniger. Gezeichnet Doktor Marlboro sagte man früher immer, wenn eine Studie nachweisen wollte, Rauchen sei unschädlich."

... der ganze Beitrages unter http://blog.handelsblatt.com/[…]/