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Jugendgefährdende Forumsbeiträge

erstellt von Theorie zuletzt verändert: 15.12.2011 20:07
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  • Jugendgefährdende Forumsbeiträge

    Abgeschickt von Theorie am 15.Juli 2006 20:31
    im engeren Sinne (siehe Anmerkung) wird man beim Netzwerk IT zum Glück nicht finden, allerdings sind für die junge Generation ermutigende Beiträge ebenfalls nahezu nicht vorhanden. Ursprünglich wollte ich mit [STRONG] Aufmunterung und Unterstützung unserer Jugend [/STRONG] das Forumsthema betiteln, aber damit hätte ich vermutlich bereits diejenigen Forumsbesucher von einem weiteren Mausklick abgehalten, die mit ihrer eigenen Motivation schon genug beschäftigt sind. Zum Erreichen einer möglichst hohen Beteiligung wählte ich erst nach längerem Überlegen und nach Überwindung des inneren Widerstands, also ganz bewusst, diese provozierende Titelzeile. Das Wohlergehen unserer Jugend sollte eigentlich der gesamten Bevölkerung am Herzen liegen, und nicht nur den Verantwortungs- und Einflussbereichen der sogenannten Erziehungsberechtigten und der Bildungspolitik zugeordnet oder überlassen werden. Als eventuellen Vorwurf an die Forumsbesucher möchte ich diesen Beitrag keineswegs verstanden wissen, denn eine mangelnde Beteiligung kann ich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht abschätzen. Hauptsächlich waren es zwei Gründe, die mich veranlasst haben, diesen Beitrag in die deutlich schwächer besuchte Rubrik „Gesellschaft“ einzustellen: 1. Der persönliche Eindruck, dass die Mehrzahl unserer Beiträge für Jugendliche im Hinblick auf deren berufliche Planung in beängstigend hohem Maße demotivierend sein müssten. 2. Das scheinbar in der Gesellschaft insgesamt geringe Interesse, unserer heranwachsenden Zukunft auch eine ausreichend große moralische Unterstützung zukommen zu lassen. Es finde es absolut unakzeptabel, wie grottenschlecht bisweilen unsere Jugend im täglichen Leben vorwiegend von den Medien und anderen Besserwissern behandelt wird. Eigenschaften wie dumm, faul, unflexibel, unmotiviert werden ihr völlig ohne den Ansatz einer Begründung zugeschrieben und sogar die Bezeichnung „zukünftige Arbeitslose“ müssen sie sich gefallen lassen. Ich bin selbst Erziehungsberechtigter und habe auch beruflich Kontakt zu Jugendlichen während ihrer Ausbildungszeit: Ich finde es einerseits erschreckend, wie sich das gesellschaftliche und berufliche Umfeld der jungen Menschen verändert hat, und andererseits bewundernswert, mit welcher Tapferkeit die jungen Menschen versuchen, den Kopf oben zu behalten. In einem Land ohne größere Rohstoffvorkommen und einer rapide sinkenden Lebensarbeitszeit müsste man doch in ganz besonders hohem Maße am Wohlergehen der Jugend interessiert sein und sich auch aktiv an deren Unterstützung beteiligen, wobei es bestimmt nicht ausreichend sein wird, sich allein auf die „unpersönliche“ finanzielle Förderung zu beschränken. Wir mussten uns in unserer Jugend nur wenige nervige Sprüche wie zum Beispiel „Du sollst es später einmal einfacher in deinem Leben haben.“ und „Sei schön fleißig, dass aus dir auch mal was wird.“ anhören, aber mit denen wollte man uns bestimmt nicht demotivieren. Auch bei den Schwierigkeiten in der Gegenwart sollte man noch genügend Aufmerksamkeit und aktives Interesse für die heranwachsende Zukunft besitzen. Grüße an alle interessierten Forumsteilnehmer TheoRie Anmerkung: Nach § 18 Absatz 1 JSchG bedeutet jugendgefährdend, dass "die Entwicklung von Kindern oder Jugendlichen oder ihre Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit" in Gefahr ist. Beispielhaft werden Medien genannt, die "unsittlich sind, verrohend wirken, oder zu Gewalttätigkeit, Verbrechen oder Rassenhass anreizen".
  • Re: Jugendgefährdende Forumsbeiträge

    Abgeschickt von Theorie am 15.Juli 2006 23:32
    Zur Anmerkung: hast Du heute die Tagesschau gesehen? Sie hat alle Kriterien der Anmerkung erfüllt. Nicht wir verbauen der Jugend die Zukunft. Du bist auch nicht von ungefähr in der Rubrik "Gesellschaft". Dreh mal den Spieß um und laß Dir von Deinen Töchtern erklären, für was für eine zukünftige Gesellschaft sie eintreten wollen. Ich glaube nicht, daß sie demotiviert sind - eher daß sie sehen, daß es so, wie es jetzt läuft einfach nicht weitergehen kann. Die herrschenden Kräfte haben zwar alle Macht - aber sie haben wirklich null Perspektive und null Plan zu bieten. Denken von jetzt auf nachher, finden morgen falsch, was sie gestern gesagt haben. Können der Wissenschaft nur noch die engsten Fesseln anlegen, beleidigen jeden ehrlichen wahrheitsliebenden Menschen und werden halt gewalttätig gegen alle, die ihnen im Weg stehen. Egal ob das Frauen, Säuglinge, Jugendliche Greise oder eben wehrhaft Männer sind. Und zocken ab und zocken ab. Du kannst der Jugend nur helfen, indem du ihnen zeigst, wie man sich zusammenschließt und kämpft und die Lügen durchschaut und sich die Ziele steckt, hinter denen die Masse der Menschen auch stehen können. Denn es betriefft die Masse der Menschen, was sich hier abspielt. Gruß Friederike P.S. Bei Daimler in Bremen haben sie gestern das 2. Mal selbständig gestreikt. Das finde ich ein ermutigendes Element in dieser Entwicklung.
  • Re: Jugendgefährdende Forumsbeiträge

    Abgeschickt von Theorie am 16.Juli 2006 16:10
    Liebe Friederike, nein, die gestrige Tagesschau habe ich nicht gesehen. Bereits seit einiger Zeit halte ich die Fernsehnachrichten höchstens zur Bekanntgabe relativ unbeeinflussbarer Informationen, wie Sportergebnisse oder Gewinnzahlen, für brauchbar und schaue sie mir deshalb gegenüber früher vergleichsweise selten an. Allein aufgrund der finanziellen Abhängigkeiten kann selbst von den sogenannten öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten nicht einmal eine annähernd neutrale Berichterstattung mehr erwartet werden. Das Internet finde ich bereits aus diesem Grund eine tolle Neuerung. Natürlich erfordert auch dieses Medium einen gewissen zusätzlichen Aufwand, um die Qualität der Nachrichten halbwegs bewerten zu können, aber man kann damit eine gegenüber dem Fernsehen um Klassen bessere Informationsgüte erhalten. [quote:Friederike format="text/plain"]Nicht wir verbauen der Jugend die Zukunft. Du bist auch nicht von ungefähr in der Rubrik "Gesellschaft".[/quote] Natürlich wollen wir als Eltern unserer Jugend auf gar keinen Fall die Zukunft verbauen, aber vielfach beschränken wir uns bei den Bemühungen zur Unterstützung und teilweise sogar freiwillig fast ausschließlich auf unseren eigenen Nachwuchs, und außerdem besteht unsere Gesellschaft selbst wiederum in der überwältigenden Mehrheit aus Eltern und Jugendlichen, also aus unmittelbar von der Problematik Betroffenen, wobei ich auch die Eltern von inzwischen selbständigen Erwachsenen nicht unberücksichtigt lassen möchte. Natürlich erinnert mich diese Situation zugleich an das Berufsleben. Man beschwert sich einerseits über den Verfall der Kultur in den Unternehmen und hofft gleichzeitig, dass man durch das eigene unauffällige Verhalten selbst keinen blauen Brief erhält. Ebenso wie es stets die anderen sind, die unsere Arbeitsplätze abbauen, sind es auch die anderen, die unseren Kindern die Zukunft erschweren. [quote:Friederike format="text/plain"]Dreh mal den Spieß um und laß Dir von Deinen Töchtern erklären, für was für eine zukünftige Gesellschaft sie eintreten wollen. Ich glaube nicht, daß sie demotiviert sind - eher daß sie sehen, daß es so, wie es jetzt läuft einfach nicht weitergehen kann.[/quote] Bei uns gibt es (noch) keinen Spieß, den ich umdrehen könnte, denn das Stellen von Fragen, auf die nicht einmal die Eltern eine für die Kinder verständliche Antwort haben, halte ich für nicht sinnvoll. Als demotiviert würde ich meine Töchter keineswegs bezeichnen, nur manchmal finden sie einfach keine befriedigenden Antworten auf ihre wichtigen Fragen oder zufriedenstellende Lösungen für weitreichendere Aufgabenstellungen. Zu einem ihrer größten und langjährigen Probleme dürfte beispielsweise gehören, dass es ihnen in ihrem unmittelbaren Umfeld einfach nicht gelingt, dauerhafte Freundschaften aufzubauen. Natürlich sind sie selbst daran nicht unschuldig, wenn sie immer noch Vertrauen und Aufrichtigkeit als eine grundlegende Basis für richtige Freundschaften voraussetzen. Bei der Solidarisierung im beruflichen Umfeld und dem rechtzeitigen Erkennen von Lügen habe sogar ich selbst immer wieder Probleme und komme manchmal aus dem Staunen nicht heraus, wie sich manchmal Kollegen gegenseitig das Leben schwer machen können. Die Töchter kennen bislang nur diese gegenwärtige Gesellschaft und damit ist es für sie auch ungleich schwerer, sich realistische Ziele hinsichtlich positiver Veränderungen vorzustellen. [quote:Friederike User format="text/plain"]Du kannst der Jugend nur helfen, indem du ihnen zeigst, wie man sich zusammenschließt und kämpft und die Lügen durchschaut und sich die Ziele steckt, hinter denen die Masse der Menschen auch stehen können. Denn es betriefft die Masse der Menschen, was sich hier abspielt. [/quote] Genau das versuche ich sowohl in den Bereichen der Erziehung und Bildung als auch im beruflichen Umfeld zu erreichen, aber die Erfolge sind in beiden Fällen eher als dürftig zu bezeichnen. In einer deutlich von egoistischen Verhaltensweisen geprägten Gesellschaft und einer hoch entwickelten Ellbogenmentalität wird bei den ersten Anzeichen von Solidarisierung von Seiten der sich bedroht fühlenden Einzelkämpfer sogleich mit Begriffen wie Charakterschwäche und Unselbständigkeit wild um sich geworfen. Zu diesem allgegenwärtigen Zustand fallen mir wiederum Begriffe wie Unwissenheit und Desinteresse ein. Da die ältere Tochter im nächsten Jahr Abitur hat, gewinnt die Konkretisierung der weiteren beruflichen Planung eine zunehmende Bedeutung. Mit dem einfachen Satz „Es ist wichtig, dass Du Dir einen Beruf auswählst, der dir Spaß macht, dann wirst Du die weiteren Hürden schon bewältigen.“ habe ich ihr in der heutigen Zeit bestimmt nicht sonderlich viel geholfen. Meine Frau und ich empfinden unsere eigene Jugendzeit jedenfalls in vielerlei Hinsicht als bedeutend einfacher, und solange liegt diese Zeit nun auch noch nicht zurück, als dass man uns entgegnen könnte:„Die Erinnerung vergoldet.“ In der Vergangenheit mag es zwar im vermögenswirksamen Bereich etwas weniger reichhaltig gewesen sein, dafür war es im menschlichen Bereich bedeutend reicher. An dem Spruch „Geld verdirbt den Charakter“ ist schon etwas Wahres dran, aber allein damit lassen sich die von uns erlebten gesellschaftlichen Veränderungen nicht begründen, die zwar die gesamte Bevölkerung betreffen, welche aber nur in völlig unzureichendem Umfang gegen die Missstände protestiert und die Umsetzung von sinnvollen Gegenmaßnahmen fordern müsste. Eigentlich hätte ich erwartet, nachdem bereits unsere Generation gemerkt haben sollte, dass es so, wie es jetzt läuft, einfach nicht (mehr lange) weitergehen kann, dass sie gemeinsam mit der Jugend beginnt, sich zunehmend dagegen zu wehren. Aber wenn überhaupt, dann scheint sich diese generationenübergreifende Verbündung vorwiegend innerhalb der Familien auszubilden. Natürlich gründet sich diese Zustandsbeschreibung hauptsächlich auf Erfahrungen aus meinem persönlichen und zugegebenermaßen eng begrenzten Umfeld, und deshalb sieht die Zukunft für unsere Jugend hoffentlich bedeutend rosiger aus. Im Bekanntenkreis sind zwar „kleinere“ Schwierigkeiten auch vorhanden, aber die scheint man dort vollständig unter Kontrolle zu haben und eher als ganz normale Herausforderungen zu betrachten, die im Rahmen eines natürlichen Ausleseprozesses weitgehend selbständig zu meistern sind. Vielleicht ganz zufällig entdeckt man aber dann doch einen Forumsbeitrag zum Thema Jugend und Erziehung, der einen an die eigenen Erfahrungen erinnert und der durch eine menschliche Betrachtungsweise verständlich ist, also den Zielen des NCI auch entsprechen würde. Aber dabei handelt es sich nur um vereinzelte Ausnahmen, an denen sich außerdem wehrhafte Männer höchst selten beteiligen. Viele Grüße TheoRie P.S.: Was findest Du ermutigend an dem gestrigen 2. selbständigen Streik bei Daimler in Bremen? Handelte es sich dabei etwa um einen Streik ohne eine vorher vom Vorstand beschlossene Urabstimmung der Gewerkschaftsmitglieder?
  • Re: Demographische Rendite

    Abgeschickt von Theorie am 16.Juli 2006 21:33
    Zu dem gerade entdeckten Artikel fällt mir nur noch eins ein: So etwas ist doch krank und in hohem Maße jugendgefährdend. [STRONG] Schülerschwund bringt Milliardeneinsparungen[/STRONG] Durch den Geburtenrückgang müssen Bundesländer weniger für Bildung ausgeben Im deutschen Bildungssystem werden bis zum Jahr 2020 Gelder in Milliardenhöhe frei. Wie aus einer Studie der Prognos AG hervorgeht, können wegen sinkender Schülerzahlen bis zu 80 Milliarden Euro eingespart werden. Rechnet man die allgemeine Preis- und Lohnsteigerung hinzu, dann ergibt sich sogar eine Summe von annähernd 100 Milliarden Euro. Die Studie mit dem Titel "Demographie als Chance", die von der Robert-Bosch-Stiftung in Auftrag gegeben wurde und in Zusammenarbeit mit der "Welt am Sonntag" entstanden ist, wird morgen veröffentlicht. Sie geht davon aus, daß in 15 Jahren zwei Millionen Kinder und Jugendliche weniger zur Schule gehen werden als heute. Gegenüber dem Jahr 2005 entspricht dies einem Minus von 17 Prozent. Daher fallen automatisch weniger Kosten im Schulsystem an. Diese Ersparnis bezeichnen die Experten als "demographische Rendite". Quelle: http://www.wams.de/data/2006/07/16/960737.html
  • Re: Jugendgefährdende Forumsbeiträge

    Abgeschickt von Theorie am 16.Juli 2006 21:51
    Hallo TheoRie, ja das Thema "Förderung der Jugend" ist enorm wichtig. Lies doch mal, das ich dazu in einem anderen Forum geschrieben habe: [url href="http://dialog.igmetall.de/Forum.46.0.html?&cat;_uid=4&conf;_uid=5&thread;_uid=168&view;=single_thread"]http://dialog.igmetall.de/Forum.46.0.html?&cat;_uid=4&conf;_uid=5&thread;_uid=168&view;=single_thread[/url] Meiner Meinung nach ist es wirklich schwierig, junge Menschen zum Lernen zu motivieren, wenn sie immer wieder hören oder lesen, dass überall Arbeitsplätze abgebaut werden. Der Einfluss dieses Forums dürfte eher gering sein. Es sind vielmehr die Schlagzeilen in den Zeitungen oder Berichte im Fernsehen, nicht zuletzt natürlich auch Erfahrungen in der eigenen Familie oder im Bekanntenkreis, die den Jugendlichen zu denken geben.
  • Re: Jugendgefährdende Forumsbeiträge

    Abgeschickt von Theorie am 17.Juli 2006 23:34
    Hallo Heidi, vermutlich stammt von Dir der Link auf das andere Forum, von dem mir natürlich bereits mehrere Beiträge bekannt gewesen sind. Schließlich haben mich bereits die von Dir gewählten Überschriften wie Bürgerbegehren gegen G8 in Bayern Sind unsere Hauptschüler zu dumm? Wahrscheinlich guckt wieder kein Schwein… Sind unsere Kinder nur zukünftige Arbeitslose? sehr stark provoziert, und am liebsten hätte ich mich auch noch nachträglich an den betreffenden Diskussionen beteiligt, aber für eine aktive und ernsthafte Teilnahme in anderen Foren fehlt mir einfach die Zeit. Die von Dir angesprochenen Themen beschäftigen mich ebenfalls, und vielleicht werden sie zumindest teilweise im Rahmen dieses ganz bewusst allgemein gehaltenen Forumthemas öfters erneut aufgegriffen werden, deshalb möchte ich an dieser Stelle nur ein paar kurze Anmerkungen einfügen. Lediglich 2,4 Prozent Beteiligung der Wahlberechtigten am Bürgerbegehren gegen die Einführung der G8 in Bayern halte ich für einen sehr ausbaufähigen Ausgangspunkt einer Diskussion, die außer ganz wenigen aber auch weiterhin kaum jemanden interessieren dürfte. Auf verständnislose Reaktionen wie „Mit dieser verkrüppelten Schulreform sollen sich gefälligst die betroffenen Kinder, Eltern und Lehrer auseinandersetzen –mich geht das zum Glück nichts an.“ kann ich allerdings auch verzichten. Sicherheitshalber als Information: Mit G8 ist die von 9 auf 8 Jahre verkürzte Schulzeit am Gymnasium gemeint und nicht die Gruppe der Acht, also die supranationale Vereinigung der sieben führenden Industrienationen und Russlands. Bereits ab dem Jahr 2008 wird es in Bundesländern dann die ersten doppelten Abiturjahrgänge geben. Dann sind wir zumindest vorübergehend doppelt so schlau wie vorher. „Unsere Hauptschüler sind zu dumm“ ist eine viel unproblematischere Schlagzeile, wo man ohne sich zusätzlich informieren zu müssen, einfach seinen Senf dazugeben kann. Da die Forumsbesucher selbst natürlich keine dummen Kinder haben, wird eine anspruchsvolle Diskussionsrunde vermutlich kaum zustande kommen. Zum Thema Kinderbetreuung wird sich auch kein „Schwein“ zu Wort melden wollen, da ist man schon froh, es selbst irgendwie hinbekommen zu haben. Und nachträglich anderen noch helfen – nein danke. Sind unsere Kinder nur zukünftige Arbeitslose? Irgendwie zu dumm, das man als Eltern hier kein Rückgaberecht besitzt. Wurde man früher als Familie mit drei Kindern bereits als unsozial eingestuft, dürfte die Grenze mittlerweile deutlich niedriger liegen. Die Reduktion der Kinder auf künftige erwerbstätige Beitragszahler in der Renten- und Sozialversicherung bleibt den Jugendlichen natürlich nicht verborgen. Es ist daher nicht verwunderlich, wenn manche Kinder statt einer Berufsplanung eine frühzeitige Erbschaftsplanung für erfolgversprechender halten. Wer unbedingt in einige von uns selbst gebuddelte Abgründe der Gesellschaft blicken möchte, sollte sich mit auf das Erbrecht spezialisierten Anwälten unterhalten und sich anhand anschaulicher Beispiele die Steigerungsform von flüssig erklären lassen. Irgendwie spüre ich schon fast die Erleichterung bei den sich nicht betroffen fühlenden Forumsbesuchern, weil sie keine eventuell später verwandtschaftlich nachteiligen Verbindungen (mehr) besitzen oder rechtlichen Ansprüchen ausreichend vorgebaut haben. In den vergangenen Wochen hat es Deutschland aber der ganzen Welt gezeigt, dass es zumindest ein Herz für Fußball und für Braunbären hat. Gruß TheoRie P.S.: Ich betrachte dieses Forum zunächst einfach als Diskussionsplattform für am Thema „Jugend“ interessierte Forumsbesucher, also zum Austausch von Meinungen und Erfahrungen der „Erwachsenen“. Vielleicht senkt die Anonymität im Forum auch bei diesem wichtigen Thema die Hemmschwelle vor einem Dialog.
  • Re: Jugendgefährdende Forumsbeiträge

    Abgeschickt von Theorie am 18.Juli 2006 13:45
    Also, wie Jugend und Erbrecht zusammenpassen sollen, das verstehe wer will. Eine immer schlimmer werdende Gefahr für die Jugend besteht allerdings bei der Ausbildung. Wer jetzt eine Ausbildung sucht, dem wird schlecht, wenn Tausende Ausbildungsstellen fehlen. Die Chance mit einem Gesetz ist vertan. Mit einem wertlosen Pakt regiert die Wirtschaft, die eigentlich Verantwortung haben sollte, sie aber längst abgegeben hat. Das ist auch jugendgefährdend!
  • Re: Jugendgefährdende Forumsbeiträge

    Abgeschickt von Theorie am 20.Juli 2006 22:54
    [quote:TheoRie format="text/plain"]Die Reduktion der Kinder auf künftige erwerbstätige Beitragszahler in der Renten- und Sozialversicherung bleibt den Jugendlichen natürlich nicht verborgen.[/quote] Exakt das ist die Wurzel allen Übels! Meiner Meinung nach hat die junge Generation noch eine weitere, eigentlich noch wichtigere Aufgabe: Sie sorgt dafür, dass uns Alten das Gehirn nicht einrostet. Mein ältester Sohn macht auch nächstes Jahr Abitur, so wie deine Tochter. Eins seiner Abiturfächer ist Geschichte. Für ihn bin ich nun nicht nur die Mami, die kocht und wäscht und putzt, sondern auch eine wichtige Zeitzeugin aus dem "kalten Krieg", den er ja nur vom Hörensagen kennt. Als die Berliner Mauer fiel, war er noch zu klein, um das bewusst mitzukriegen. Nun bringen mich meine eigenen Kinder dazu, meine eigene Vergangenheit zu überdenken und meine eigenen Überzeugungen in Frage zu stellen. Das ist manchmal unbequem, aber insgesamt ein enormer Gewinn. Über Einzelheiten will ich mich hier nicht auslassen, das würde den Rahmen dieses Forums sprengen. Es ist schlimm, wenn junge Leute das Gefühl haben, überflüssig und unerwünscht zu sein. Aber genau das passiert nun immer häufiger! Fehlende Lehrstellen und Arbeitsplatzabbau richten viel mehr Schaden an, als den Verantwortlichen bewusst ist. Da setzt sich in immer mehr jungen Köpfen der Gedanke fest: "Mich braucht doch eh keiner. Ohne mich wäre es hier besser." Oder: "Ich nehme mir jetzt, was ich kriegen kann, egal wie! Ist doch eh alles Sch..." Ich bekomme das sehr deutlich mit, denn ich wohne in einem Münchner Stadtteil, der oft als "sozialer Brennpunkt" oder "Problemviertel" bezeichnet wird. Und ich habe nicht nur selbst drei Kinder, sondern bin auch noch in der kirchlichen Jugendarbeit tätig. Ich habe immer öfter das Gefühl, hier tickt eine Zeitbombe, und wenn sie nicht bald entschärft wird, gibt es eine Knall, den keiner je vergessen wird! Gruß, Heidi
  • Re: Jugendgefährdende Forumsbeiträge

    Abgeschickt von Theorie am 21.Juli 2006 22:32
    Liebe Heidi, Du schreibst: "Nun bringen mich meine eigenen Kinder dazu, meine eigene Vergangenheit zu überdenken und meine eigenen Überzeugungen in Frage zu stellen. Das ist manchmal unbequem, aber insgesamt ein enormer Gewinn." Das fand und finde ich genauso. Wenn Du deinem Kind nicht plausibel erklären kannst, warum Deine "Freunde" bis hin zum eigenen Mann alles daran setzen, um dich mundtot zu machen und auszuschalten, und ihnen das auch über Jahre hinweg möglich ist - obwohl angeblich alle für ein gemeinsames Ziel kämpfen - dann fehlt was in Deinem Konzept. Und genau darauf legen die Kinder den Finger, denn, sie wollen nicht auch so behandelt werden. Bzw. sie sehen, daß das so noch nicht hinhaut. - Gleichzeitig wollen sie Zukunft und eine korrekte Behandlung, wie wir auch. Insofern hoffe ich auf die tickende Zeitbombe und daß es uns gelingt, die entsprechende Klarheit dazu zu schaffen, damit das Ding zielgerichtet losgeht und nicht irgendwie. Gruß Friederike
  • Re: Jugendgefährdende Forumsbeiträge

    Abgeschickt von Theorie am 21.Juli 2006 23:47
    [quote:heidi format="text/plain"]Ich habe immer öfter das Gefühl, hier tickt eine Zeitbombe, und wenn sie nicht bald entschärft wird, gibt es einen Knall, den keiner je vergessen wird![/quote] Heidi, das ist bestimmt nicht nur ein Gefühl von Dir! Deine Augen und Ohren müssen deshalb aber nicht besser als die der anderen Mitmenschen sein. Vermutlich ist ein Großteil der Gesellschaft lediglich im Verschließen und Verdrängen zwischenzeitlich geübter als wir, oder wie erklärst Du Dir die geringe Beteiligungsquote bei den von Dir in den Bereichen Familie und Ausbildung eingebrachten Forumsthemen? Die vielfach vorgeschobene Vormachtstellung der beruflichen Existenzangst lasse ich nicht gelten, denn auch die Jugendlichen machen sich um ihre Zukunft berechtigte Sorgen und haben ein Recht darauf, dass sich die Erwachsenen tatkräftig und verantwortungsbewusst am Abbau der Existenzängste unserer Jugend beteiligen. Zuneigung und Liebe werden in erschreckend hohem Maße bevorzugt durch - zwar oftmals teuer erkaufte – aber für den Bekanntenkreis sichtbare Oberflächlichkeiten lediglich vorgegaukelt. Es gibt Erziehungsberechtigte, die können sich zwar alle möglichen Geheimzahlen und sogar Kreditkartennummern merken, aber bereits die Klassenstufe ihres Kindes haben sie erstaunlicherweise oft nicht auf Anhieb parat. Es ist unsere Generation, die den Kindern das Leben so schwer macht. Welche Generation ist denn für die Schaffung einer ausreichenden Anzahl von Ausbildungsplätzen verantwortlich und bestimmt maßgeblich die Bildungs- und Familienpolitik? Meine Frau war auf einer Podiumsdiskussion, als es um die Einführung der sogenannten G8 ging. Ausgerechnet von den Eltern wurden ihre Beiträge niedergebrüllt, die sich entweder vorher höchstens sehr dürftig bezüglich der Themenstellung informiert hatten oder die einfach ihre Kinder ein paar mehr Stunden am Tag beaufsichtigt wissen wollten. Ein Elternbeirat, der sich praktisch in demokratischer Abstimmung zu einem bei der Elternschaft angesehenen Vergnügungsausschuss degradiert, ist für mich ebenso eine Fehlbesetzung und damit überflüssig, wie eine Jugend- und Auszubildendenvertretung, deren Mitglieder sich in der Hauptsache nur um die eigene Übernahme in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis kümmern. Und wenn wir unseren Kindern nicht mindestens die gleichen Voraussetzungen für ihre berufliche Zukunft, wie zu unserer Jugendzeit, sondern ihnen eine Gesellschaft hinterlassen, in der vorwiegend die Einzelkämpfer eine aussichtsreiche Perspektive besitzen, dann werden sie uns auch bald für überflüssig halten und sich ebenso skrupellos oder einfach aus der Not heraus an unseren noch verbleibenden materiellen Hinterlassenschaften beteiligen wollen. Der Hinweis auf das Erbrecht sollte in meinem vorhergehenden Forumsbeitrag keineswegs als ein von mir etwas weit hergeholter Witz verstanden werden, denn ich meinte das schon todernst. Mehrere Personen meiner Generation haben ebenfalls allen Ernstes und im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte gesagt, wenn älteren Menschen die Rente für das Essen und die Miete nicht reicht, dann müssen diese einfach in einem Land mit geringeren Lebenshaltungskosten ihren Lebensabend verbringen. Und ebenfalls unterstützen zunehmend Eltern ihre Kinder dahingehend, sich eine Zukunft außerhalb Deutschlands aufzubauen. Es ist unsere Wohlstandsgesellschaft, die praktisch maßgeblich daran beteiligt ist, dass ein immer größer werdender Anteil unserer nachfolgenden Generation von uns eine Zukunft als „Wohlstandsmüll“ erhält. Wenn wir heute pauschal über die Arbeitsunwilligen und Schmarotzer unseres Sozialstaats schimpfen, dann werden wir morgen wohl ebenso über die von uns selbst zur Erwerbslosigkeit verdammten Kinder meckern. Es würde sich einerseits kaum einer trauen, die von Personalanpassungen betroffenen Arbeitnehmer einfach als zu dumm, zu faul und zu teuer zu bezeichnen, aber bei Kindern, die keinen Ausbildungsplatz erhalten haben, da darf man das durchaus behaupten und erhält vielleicht sogar noch ein Schulterklopfen, weil sich die anderen von ihrer Fürsorgepflicht scheinbar als befreit betrachten. Ein verantwortungsbewusster und erfolgreicher Unternehmer ist vielfach mehr um die Weiterbildung und Motivation seiner Mitarbeiter bemüht und erzielt gerade deswegen eine positive Rendite. Er wird seine Mitarbeiter auch nicht als „Human Ressources“ oder „Human Capital“ bezeichnen. Wer die Kinder lediglich auf Kostenfaktoren reduziert, der wird sich natürlich auch zutrauen, eine in meinen Augen schwachsinnige und für das Miteinander in hohem Maße schädigende „Demographische Rendite“ aus den sinkenden Geburtenzahlen zu berechnen. [quote:Heidi format="text/plain"]Meiner Meinung nach hat die junge Generation noch eine weitere, eigentlich noch wichtigere Aufgabe: Sie sorgt dafür, dass uns Alten das Gehirn nicht einrostet.[/quote] … und nicht in falschen Bahnen denkt. Wie wir unsere „Zukunft“ behandeln, dass bekommen die Kinder sehr wohl mit, aber sie haben auch das Schweigen von uns gelernt. Und wenn die Leute nur laut über Politiker und Arbeitgeber schimpfen ohne selbst tätig zu werden, dann können sie die feinen Töne, wie sie von einem - aus falschem und anerzogenen Selbstbewusstsein - unterdrückten Hilferuf der Kinder oder dem Ticken einer Zeitbombe herrühren, natürlich nicht hören. Gruß TheoRie P.S.: Heute habe ich mich mit einem Hochschulprofessor über die aus der G8 resultierenden doppelten Jahrgänge unterhalten. Sein knapper (und kritisch gemeinter) Kommentar zu der Problematik der erhöhten Abiturientenzahlen: Dann wird halt einfach der Numerus Clausus angehoben und die Anzahl der Studienplätze kann unverändert bleiben.
  • Re: Jugendgefährdende Forumsbeiträge

    Abgeschickt von Theorie am 22.Juli 2006 02:00
    [quote:Friederike format="text/plain"]Insofern hoffe ich auf die tickende Zeitbombe und daß es uns gelingt, die entsprechende Klarheit dazu zu schaffen, damit das Ding zielgerichtet losgeht und nicht irgendwie.[/quote] Nein!!! Sie darf nicht losgehen, denn sie wird von den sich stets in sicherer Entfernung befindenden Bombenbastlern auch weiterhin immer in der Nähe der Schwächsten positioniert werden, die dann als Splitterschutz missbraucht werden. Wenn sie explodiert, dann wird es vorwiegend die Unschuldigen treffen, was man wiederum aus der Sicht des Schuldigen natürlich als zielgerichtet bezeichnen kann. Du weißt, dass ich oft schwierige Sachverhalte gerne vergleiche. Wenn Firmen Personalkosten reduzieren wollen oder müssen, dann sind in der Regel besonders die unteren Lohngruppen und die Teilzeitbeschäftigten von Personalanpassungen betroffen. Dieses Ergebnis würde man als Mensch mit gesundem Menschenverstand ja eigentlich eher nicht erwarten, aber es ist definitiv so. Ob die Bombe entschärft werden kann, dass weiß ich natürlich nicht, aber dass sie tickt, täglich weiterhin an Sprengkraft noch zunimmt und auf gar keinen Fall losgehen darf, davon bin ich absolut überzeugt und wäre es vermutlich auch, wenn ich selbst keine Kinder hätte. Gruß TheoRie
  • Re: Jugendgefährdende Forumsbeiträge

    Abgeschickt von Theorie am 23.Juli 2006 00:07
    Und warum soll man nicht zusammen mit den Kindern anfangen, den Spieß rumzudrehen? Warum sollen immer die Kollegen, die Frauen und die Jugend die Beschissenen sein? Warum sollen die Alten und Kranken weiter unwürdig behandelt und abgezockt werden? Warum sollen diese Haie ungestört Kriege führen lassen, wos ihnen gerade paßt (Amerika liefert schon den Nachschub nach Israel). Warum zu Teufel soll man nicht den Elan der Jugend und ihre unbändige Bereitschaft sich für gerechte Dinge einzusetzen, kombinieren mit den Erfahrungen von uns "Alten"? Warum soll diese Kraft nicht zielgerichtet entfaltet werden und zum Einsatz kommen? Ich weiß, "Bombe" ist hier einfach das falsche Wort. Es geht darum daß die Kräfte, die sich wehren wollen, gebündelt, zielgerichtet und klar, diesem unglaublich barbarischen und menschenverachtenden Treiben Einhalt gebieten und ihr eigenes Programm entwickeln. Angefangen damit, daß Lug und Trug auseinandergenommen wird, bis hin, daß tatsächlich die Produktion für den Menschen da sein muß und nicht umgekehrt. Die Handvoll Haie können wir dann gerne in ein "Geschichtsbecken" setzen, wo sie der nächsten Generation erklären kann, welche Folgen ihre Denk- und Handlungsweise für Tausende von Menschen hatten. Und warum sie nur so und nicht anders denken konnten. Und warum die Jugend ganz anders denken kann - weil sie halt die Zukunft verkörpert und nicht ein völlig marodes System von Beziehungen zwischen Menschen, bei dem immer nur Unterdrücker und Unterdrückter rauskommt. Gruß Friederike
  • Re: Jugendgefährdende Forumsbeiträge

    Abgeschickt von Theorie am 23.Juli 2006 01:03
    Ergänzung: Zwei Dinge, denke ich, muß man aus dem Scheitern aller Versuche, den Sozialismus aufzubauen, herausholen: 1. Im Sozialismus gibts immer noch Klassen und Klassenkampf. Die Frage "Wer besiegt Wen" ist über einen langen Zeitraum nach wie vor nicht entschieden. 2. Es sind neue Beziehungen zwischen den Menschen entstanden - das alte Muster galt nicht mehr - das halte ich für die entscheidende neue Erfahrung. Der Klassenampf der Ausbeuter bezieht sich darauf, die alten Beziehungen wieder herzustellen: Herr und Knecht. Frau dem Manne untertan. Kinder als Eigentum und Diener. Kurzum, ist der Sozialismus einmal erkämpft, beginnt der eigentliche Kampf um die Freiheit. Er spielt sich als Kampf um die Veränderung der Beziehungen zwischen den Menschen ab. Setzt sich der alte überkommene Trott irgendwo durch besteht höchste Gefahr für die Weiterentwicklung. In der DDR war es vor allem die Frauenfrage, die das Einfallstor für die Restauration des Kapitalismus bildete. Das schreibe ich jetzt notgedrungen hier, weil ich hier schreiben darf. Dort, wo es hingehört, habe ich kein Rederecht. Sic (!) Gruß Friederike
  • Re: Jugendgefährdende Forumsbeiträge

    Abgeschickt von Theorie am 23.Juli 2006 02:42
    Den hartnäckigen Forumsbesuchern möchte ich den nachfolgenden Link zum Thema „Generationenvertrag“ empfehlen: http://www.faz.net/s/Rub6B15D93102534C72B5CF6E7956148562/Doc~E66F616CC15D64E87A5C67156F7093793~ATpl~Ecommon~Scontent.html Als verantwortungsbewusster Mensch sollte man sich wirklich die Zeit nehmen und die über 240 Lesermeinungen zu diesem Beitrag einmal in Ruhe lesen, wobei man aus chronologischen und inhaltlichen Gründen von hinten anfangen sollte, also mit der Meinung vom 10.04.2006 beginnen sollte. Eine derartig umfangreiche Sammlung von bisweilen sehr unterschiedlichen Sichtweisen der Bevölkerung, die weder gefiltert noch zensiert ist, findet man leider nur sehr selten. Zweifellos gehöre auch ich zu den Nutznießern, die in den vergangenen über 35 Jahren praktisch über ihre Verhältnisse gelebt haben. Es hat leider zu lange gedauert, bis ich gemerkt habe, wie sich bereits meine Eltern ihre Wählerstimmen haben erkaufen lassen und dass sie sich nicht sonderlich für die Zukunft der Jugend interessiert haben, da es dieser ja nun deutlich besser ging als zu ihrer eigenen Zeit. Als vom zweiten Weltkrieg direkt betroffene Menschen, die sowohl quasi um ihre Jugend betrogen worden sind, als auch bleibende körperliche Schäden davon getragen haben, habe ich ihnen das späte sorglose Leben auch irgendwie gegönnt. Spätestens wenn heute meine Mutter über die Höhe ihrer Rente zu jammern beginnt, dann wird sie berechtigte Vorwürfe von mir zu hören bekommen, die hauptsächlich das weiterhin schier unglaubliche Desinteresse am täglichen Geschehen zum Thema haben. Die Argumente für die Rechtfertigung ihres damaligen Verhaltens und ihre heutigen Einstellungen sind allesamt lediglich aus der Presse oder von Bekannten übernommen worden. Nichts aber auch gar nichts ist irgendwie hinterfragt worden. Einerseits wie die Made im Speck leben und zugleich Weltmeister im Meckern sein. Irgendwie scheinen ihre Gedanken und Weltanschauung bereits vor Jahren festgerostet zu sein. Jetzt, wo ich selbst Kinder habe, kann ich natürlich wesentlich besser beurteilen, wie ein großer Teil der Eltern bereits damals die Jugend sträflich vernachlässigt hat und lieber viel Zeit für vergängliche Dinge investiert hat. Aber freitags früher nach Hause kommen und anschließend den Mittelklassewagen auf Hochglanz zu bringen, dafür nimmt sich auch unsere Generation weiterhin genügend Zeit. Bei den von uns selbst gemachten Erfahrungen sollte man eigentlich erwarten, dass wir es darum besser machen würden. Weit gefehlt. In Betrieben sind es vielfach die Beschäftigten unserer Generation, die aus unbegründeter Angst vor beruflicher Konkurrenz indirekt und auch direkt die Ausbildung und feste Übernahme der Jugendlichen behindern, während sie sich an anderer Stelle über fehlende Ausbildungsplätze beklagen und die Verantwortlichen in den Bereichen Wirtschaft und Politik suchen. Wenn schließlich gejammert wird, weil ein Standort geschlossen oder verkauft wird, weil sein Produkte für den Markt nicht mehr innovativ genug sind, dann fällt sogar mir dazu nichts mehr ein. Gruß TheoRie P.S.: Liebe Friederike, über Deine Beiträge muss ich erst in Ruhe etwas nachdenken, um Dir antworten zu können. Ich habe irgendwie das Gefühl, dass Du selbst eine Bombenstimmung beim Schreiben derselben gehabt hast, oder irre mich da?
  • Re: Jugendgefährdende Forumsbeiträge

    Abgeschickt von Theorie am 23.Juli 2006 12:13
    Liebe Friederike, deinen Optimismus, was die "Sprengkraft" der jungen Generation angeht, teile ich leider nicht. Ich fürchte, mit dieser Art von menschlichem "Sprengstoff" ist keine kontrollierte Explosion möglich. Wer will vorhersagen, gegen wen oder was sich ihre Wut richten wird, wenn sie losschlagen? Ich kann es beim besten Willen nicht! Es sind nicht die Gebildeten, die mir Sorgen bereiten. Die doppelten Abiturjahrgänge werden schon zurechtkommen. Viele werden eben erst einmal etwas anders machen, wenn sie nicht gleich einen Studienplatz bekommen. Manche werden als Au Pair ins Ausland gehen oder vielleicht erst ein Praktikum absolvieren. Oder sie machen erst eine Lehre, z. B. eine kaufmännische Ausbildung vor dem geplanten BWL-Studium. Genau da liegt das größte Problem! Sie nehmen damit den Realschülern und Hauptschülern die ohnehin schon knappen Ausbildungsplätze weg. Die Realschüler werden schon noch etwas finden, aber was ist mit den Hauptschülern? Da werden viele auf der Strecke bleiben! Das kann dann eine Knall geben, den wirklich kein Mensch mehr zu steuern vermag. Ein Beispiel: Eine junge Türkin muslimischen Glaubens findet trotz Hauptschulabschluss beim besten Willen keine Lehrstelle. Nicht dass sie dumm wäre, aber es gibt eben viel zu viele, die noch ein wenig mehr zu bieten haben als diese junge Dame. Zum Beispiel ein Abiturzeugnis. Da kann sie als Hauptschülerin nicht mithalten. Dann erzählst du ihr ungefähr das, was du in den Beiträgen oben geschrieben hast. Anschließend erzählt ihr ein radikaler Islamist, dass sie ein Opfer der weltweiten Unterdrückung rechtgläubiger Moslems durch die Ungläubigen ist und dass sie sich unbedingt dem Heiligen Krieg anschließen muss, um die Welt zu retten. Sicher, Friederike, deine Argumente sind im Vergleich zu denen des Islamisten logischer und vernünftiger. Aber ich würde meine Hand nicht dafür ins Feuer legen, dass solche jungen Frauen dann immer den logischeren Argumenten folgen! Wer sich in die Enge getrieben fühlt, denkt nicht immer so logisch, wie du es gerne hättest. Das ist meine Erfahrung. Ich bleibe dabei: Diese Bombe muss entschärft werden. Hier ist voller Einsatz gefordert. Die Anzahl der Ausbildungsplätze in Gewerbe und Handwerk muss deutlich erhöht werden, auch wenn dann vorübergehend über den tatsächlichen Bedarf hinaus ausgebildet wird. Etliche der Lehrlinge werden dann ja noch eine zusätzliche akademische Ausbildung draufsatteln. Das ist bestimmt auf lange Sicht ein Gewinn für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Das ergibt ja schließlich hervorragend ausgebildeten und hochqualifizierten Nachwuchs! Aber jetzt sind erst mal unsere ausbildenden Betriebe dran, ihren Beitrag zur Zukunftsssicherung zu leisten. Gruß, Heidi
  • Re: Jugendgefährdende Forumsbeiträge

    Abgeschickt von Theorie am 23.Juli 2006 18:38
    Liebe DiskussionsteilnehmerInnen, bevor wir langsam noch weiter auseinander treiben und uns zunehmend inhaltlich voneinander entfernen, sollten wir uns vielleicht zumindest für die weitere Diskussion zunächst auf einen etwas enger begrenzten Themenbereich als sogenannte gemeinsame Ausgangsbasis beschränken. Ein seit vielen Jahren brennendes aber sträflich vernachlässigtes Problem ist die ungenügende Anzahl von Aus- und Weiterbildungsplätzen, wobei die Jugendlichen mit Hauptschulabschluss besonders hart davon betroffen sind. Auch wenn man jetzt ganz bewusst die anderen Bildungsbereiche vorerst weniger berücksichtigt, so werden sie früher oder später unweigerlich ihren Weg in die Diskussion finden. Die Frage, die sich mir zunächst stellt, was kann und sollten die Bürger jetzt tun, damit die gravierenden Missstände von den dafür zuständigen „Einrichtungen“ endlich aufgegriffen und zügig behoben werden können? Mehr oder weniger Schuld an der sich seit bestimmt dreißig Jahren entwickelten Katastrophe haben doch schließlich alle Bürger. Spätestens als festgestellt wurde, dass die verantwortlichen Bereiche ihre Pflichten nicht gewissenhaft erfüllen, hätte dieser Vernachlässigung Einhalt geboten werden müssen. Natürlich würden sich meine Frau und ich auch weiterhin im Rahmen unserer Möglichkeiten aktiv einbringen. Auf die Straße gehen und eine zielgerichtete Verbesserung der Ausbildungssituation zudem finanziell unterstützen, dass sollte jetzt nicht das große Problem sein. Wir haben uns aber wieder einmal selbst ein gesellschaftliches Problem geschaffen, an dem plötzlich keiner Schuld gewesen sein will. Wenn ich bei Problemen, die nicht unbedingt zu meinen Schwerpunkten gehören, um die Unterstützung anderer bitte, dann muss ich aber ihren fachlichen Kenntnissen auch vertrauen können. Derartige „Vertrauenspersonen“ finde ich bezüglich der Ausbildungsproblematik nicht. Auch in meinem Betrieb habe ich mich stets versucht für die Belange der Auszubildenden einzusetzen. Ausgerechnet die Interessenvertretungen wie Betriebsrat sowie Jugend- und Auszubildendenvertretung hat dieses Thema in der Vergangenheit nicht sonderlich interessiert. Ohne entsprechenden Rückhalt stehst Du aber ziemlich blöd vor der Personalabteilung da, und forderst eine höhere Anzahl von Auszubildenden, die zudem einen unbefristeten Arbeitsvertrag erhalten sollen. Du weist auf das zunehmende und bedenklich hohe Durchschnittsalter der Belegschaft hin, die Erhöhung von Motivation und Innovation durch die Ausbildung und Übernahme junger Mitarbeiter, die hohe Anzahl an anfallenden Überstunden, während die Interessenvertreter hinter dir stehen und rufen: „Wir brauchen keinen neuen Mitarbeiter, das schaffen wir schon allein.“ Es sind keineswegs immer die Unternehmer, die an vielen Missständen Schuld sein sollen. Wer das einfach glaubt, der hat sich nur nicht die Mühe gemacht, sich etwas besser zu informieren. Wir Deutschen sind vielfach zu satt und bequem als dass wir uns größere Gedanken um unsere Zukunft machen müssten. Bereits mit einfachen „Feindbildern“ wie Ausländer, Dumme Hauptschüler, Wiedervereinigung, Neue Bundesländer, Globalisierung, Heuschrecken können wir ruhig gestellt werden. Einfach unvorstellbar, dass plötzlich wir selbst Schuld sein könnten. Zunächst benötigt man also Fachleute, die das Wissen haben, um Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Rein gefühlsmäßig würde ich annehmen, dass es für die Bevölkerung sehr schmerzhafte Lösungen sein müssten, denn auf den ersten Blick billige und halbherzige Maßnahmen kennen wir zur Genüge, und können uns täglich von deren Erfolglosigkeit aufs Neue überzeugen. Sollte diese erste Stufe der Lösungsfindung überhaupt halbwegs zufriedenstellend abgeschlossen sein, dann müssen wir unbedingt auf die Straße gehen, denn die Politik basiert auf Mehrheitsentscheidungen, und die Betroffenen sind eindeutig in der Minderheit und besitzen teilweise noch nicht einmal ein Wahlrecht. Im Hinblick auf die Steuerbeiträge, die Beitragszahlungen zur Renten- und Sozialversicherung sowie die Ausbildungskosten besitzen sie sogar eher eine negative finanzielle Macht. Und sollte dann die Rechnung aufgestellt worden sein, kommt vermutlich eine Partei daher, die sagt, wenn ihr uns wählt, dann verlagern wir fürs gleiche Geld die „Problemfälle“ in die neuen Bundesländer und bauen die Mauer wieder auf. Der Ausgang einer derartigen demokratischen Wahl ist mir jetzt schon bekannt. Jetzt warte ich erst einmal auf heftigen aber gut begründeten Protest oder auf möglichst schnell gangbare Wege zur Lösungsfindung. Grüße TheoRie
  • Re: Jugendgefährdende Forumsbeiträge

    Abgeschickt von Theorie am 23.Juli 2006 19:01
    Liebe Friederike, liebe Heidi, zu Euren beiden letzten Beiträgen möchte ich Euch noch antworten. Die „Beschissenen“ verfügen prinzipbedingt nicht über die Einflussmöglichkeiten um sich allein zielgerichtet zur Wehr setzen zu können. Sie kommen aufgrund der Machtverhältnisse gar nicht erst an die Informationen heran, die sie für den Aufbau eines erfolgreichen und von der Mehrheit der Bevölkerung auch verstandenen Widerstandes benötigen würden. Ihre Gegner spielen ihnen daher lieber das Material und die Bauanleitung für das Basteln einer Bombe zu. Was ist aus den Grauen Panthern geworden? Da dürfte es eigentlich doch genügend Menschen mit viel Erfahrung geben. Die Senioren mit Vermögen und Einfluss brauchen aber die Grauen Panther nicht, sondern gehen lieber allein ihren Weg weiter. Ich weiß ja selbst nicht einmal, was jetzt am besten getan werden müsste, wie kann ich dann von einem Jugendlichen erwarten, dass er es weiß? Und nur weil wir uns beiden verbünden sind wir dann immer noch nicht ausreichend schlau geworden. Die Betroffenen sind allein von der Macht deutlich unterlegen und benötigen daher auch die Unterstützung der sich nicht direkt betroffenen Fühlenden. Die können aber höchstens durch aussagekräftige Argumente und nicht durch unüberlegte und lediglich pressewirksame Aktionen für ein Engagement gewonnen werden. Sollen jetzt die Hauptschüler und Auszubildenden zusammen mit ihren Lehrkräften etwa streiken und dem Unterricht fernbleiben? Die Überschriften in der Boulevard-Presse lauten dann vielleicht: „Dumme Schüler gehen mit faulen Lehrern auf die Straße.“ Damit wäre das Weltbild für die Mehrheit der Gesellschaft wieder in Ordnung und man hätte höchstens das Gegenteil von dem erreicht, was man ursprünglich wollte. Zunächst sollte man sich soweit informieren, dass man Gegenargumenten wirklich fundierten Widerstand entgegenbringen kann. Das ist natürlich eine mühsame Fleißarbeit, aber ich kenne keinen besseren Weg. Im Rahmen meiner Betriebsratstätigkeit habe ich mir auch viel Literatur selbst gekauft, denn ich muss einen direkten Zugriff zumindest auf die wichtigsten Informationsquellen besitzen. Gesunder Menschenverstand ist vielleicht eine Voraussetzung für die Betriebsratstätigkeit aber für eine erfolgreiche Interessenvertretung bei weitem nicht ausreichend. Wer bereits auf das Argument, die Schüler ohne Ausbildungsplatz seien einfach zu dumm und zu faul, nur mit einem Faustschlag antworten kann, wird den Jugendlichen höchstens nur zusätzliche Schwierigkeiten bereiten. Die Lesermeinungen zum Thema „Generationenvertrag“ (siehe Link im Beitrag vom vorhergehenden Beitrag) sind für mich ein Beispiel, wie man den Stand des eigenen Wissens etwas überprüfen kann. [quote:Friederike format="text/plain"]Es geht darum, dass die Kräfte, die sich wehren wollen, gebündelt, zielgerichtet und klar, diesem unglaublich barbarischen und menschenverachtenden Treiben Einhalt gebieten und ihr eigenes Programm entwickeln.[/quote] Da sind wir wohl zweifelsohne Deiner Meinung, aber für das WIE haben wir noch keine Lösung gefunden. Es ist leider keine Handvoll Haie, die die Geschichte maßgeblich bestimmen. Außerdem füttern wir sie ja ständig und lassen sie groß werden, damit sie unsere scheinbaren aber schwächeren Konkurrenten verputzen. Die Schuld an den Greueltaten des zweiten Weltkriegs wird man ja bei halbwegs objektiver Betrachtung auch nicht nur einigen wenigen zuschreiben wollen. Warum ist außerdem das Geschichtsbecken für die Haifische der letzten Jahrzehnte noch so leer? Etwa weil man damit zugeben würde, dass man als gebildeter Mensch viele Persönlichkeiten, die doch noch etwas schlauer als man selbst waren, jahrzehntelang sich nahezu ungestört austoben hat lassen und sich jetzt plötzlich von denen betrogen fühlt? Mit einem Zweitwagen in der Garage fühlt man sich dann als Betrogener wiederum nicht ganz so beschissen, wie einer der nur ein Auto hat und legt keinen großen Wert auf dunkle Flecken, die ohnehin nur Geschichte sind. Erinnert mich an das Interview mit einer Hauptschülerin, die gesagt hat: "Geschichte (als Schulfach) interessiert mich nicht so sehr, mich interessiert eher die Zukunft und nicht was vor mir war." Wer darüber wohl am lautesten gelacht haben dürfte? Im Zusammenhang über die Ausbildungssituation kann ich mir jetzt einfach keine grundsätzlichen Gedanken über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Staatsformen machen. Ich lebe nun einmal in Deutschland mit einer sogenannten sozialen Markwirtschaft und einer parlamentarischen Demokratie. Für die Behebung vieler Probleme bleiben genügend völlig legale Möglichkeiten offen, die aber vielfach nicht genutzt werden. Wir müssen einerseits umgehend aber anderseits auch nicht unüberlegt an die Schwierigkeiten herangehen. Heidi, Deinem Beitrag kann ich fast uneingeschränkt zustimmen und bestätigen. Aber ausgerechnet mit Deinem Beispiel der jungen Türkin wirst Du bei einem Durchschnittsbürger viele Vorurteile vermutlich nur noch bekräftigen und bis zu deren Gehirn gar nicht erst vordringen können. Wolltest Du die Vorurteile bewusst strapazieren, oder war das nur ein eher unbewusster Zufall? Also mir persönlich gefällt das Beispiel sehr gut, obwohl es natürlich schon ein paar zusätzliche Problemchen enthält. Mehr als ein „Ausländer raus“ und „Frauen an den Herd“ wird vielen wohl nicht mehr dazu einfallen. [quote:Heidi format="text/plain"]Die Anzahl der Ausbildungsplätze in Gewerbe und Handwerk muss deutlich erhöht werden, auch wenn dann vorübergehend über den tatsächlichen Bedarf hinaus ausgebildet wird. Etliche der Lehrlinge werden dann ja noch eine zusätzliche akademische Ausbildung draufsatteln. Das ist bestimmt auf lange Sicht ein Gewinn für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Das ergibt ja schließlich hervorragend ausgebildeten und hochqualifizierten Nachwuchs! Aber jetzt sind erst mal unsere ausbildenden Betriebe dran, ihren Beitrag zur Zukunftsssicherung zu leisten.[/quote] Stimmt! Viele Betriebe bilden auch schon seit vielen Jahren über ihren Bedarf aus, was aber nichts daran ändert, dass Abiturienten ihnen die Ausbildungsplätze wegschnappen (müssen) und dass die unbefristete Übernahme teilweise sogar von den betriebsinternen Interessenvertretungen behindert wird. Leider kenne ich mich dann doch zuwenig im betriebswirtschaftlichen Bereich aus, aber ich denke, dass nicht allein die Betriebe das Problem der fehlenden Ausbildungsplätze lösen können, so gern sie dieses vielleicht auch tun würden. Als ich an einer internen Veranstaltung teilnehmen wollte, um mit den Ausbildungsbeauftragten diskutieren zu können, hat mir mein damaliger Vorgesetzter offiziell die Teilnahme untersagt, obwohl ich bereits vorausschauend dafür einen genehmigten Urlaubstag vorgesehen hatte. Der rechtliche Aspekt ließ sich leider nicht mehr rechtzeitig klären, und eine Abmahnung hätte ich einfach nicht riskieren dürfen. Das war natürlich sehr ärgerlich, denn die Unternehmensleitung selbst hat stets sehr viel Wert auf eine firmeninterne und als vorbildlich zu bezeichnende Ausbildung gelegt. Aber zum Beispiel können bereits die intern vorhandenen Kostenstrukturen die Bemühungen des Ausbildungswesens kaputt machen. Und wenn du derartige Missstände aufzeigen möchtest, dann treten plötzlich noch ganz andere Versäumnisse zu Tage, von deren möglicher Aufdeckung sich einige bedroht fühlen. Die Ausbildungsplätze fehlen ja nicht erst seit heute. Da ist schon seit Jahren einiges aus dem Ruder gelaufen und viele der Verantwortlichen haben sogar noch persönliche Vorteile daraus gezogen oder haben einfach nur geschlampert. Mit einer einfachen Brechstange in der Hand und der Überzeugung Recht zu haben, kommt man nicht sehr weit. Viele Grüße TheoRie
  • Re: Jugendgefährdende Forumsbeiträge

    Abgeschickt von Theorie am 23.Juli 2006 22:28
    Lieber TheoRie, Du schreibst: "Die Beschissenen verfügen prinzipbedingt nicht über die Möglichkeiten um sich allein zielgerichtet zur Wehr setzen zu können." Das halte ich für falsch. Die Prinzipien, die du anführst, sind einzig und allein das "Prinzip der Macht". Ich gebe Dir insofern Recht, als das das entscheidende Prinzip ist. Ich gebe Dir nicht Recht, insofern Du das als Prinzip, also als unveränderliche Gesetzmäßigkeit betrachtest. Kräfteverhältnisse sind eben das, was verändert werden kann und auch sich objektiv ständig verändert. Man kanns auch bewußt verändern. Wenn Heidi die tickende Zeitbombe sieht, dann kann ich nur als verantwortungsbewußter Mensch sagen: Klarheit, Klarheit und nochmals Klarheit! Die Wissenschaft ist nicht nur für Profitgeier und Haie da - sie ist vor allem dazu da, die Welt zu erkennen um sie für uns verändern zu können. Das erfordert Mut! Hinstehen für die Wahrheit! Und so kann man auch der Jugend einen Weg zeigen. Lug und Trug ist das, was vor allem Jugendliche zutiefst abstößt. Außer ein paar erbärmlichen Karrieristen. Gruß Friederike
  • Re: Jugendgefährdende Forumsbeiträge

    Abgeschickt von Theorie am 23.Juli 2006 23:42
    Ergänzung: Tut mir leid, wenn mir immer nachträglich noch was einfäl lt. Scheint aber auch irgendwie gesetzmäßig zu sein. Was mir noch eingefallen ist: Die Leute, die die Aufgabe der Kontrolltätigkeit übernommen haben, müssen die höchste Schöpferischkeit an den Tag legen, denn sie werden als Erste mit den neuen Fragestellungen konfrontiert. Was für eine Herausforderung! Gruß Friederike
  • Re: Jugendgefährdende Forumsbeiträge

    Abgeschickt von Theorie am 24.Juli 2006 02:05
    Liebe Friederike, mit Deinem letzten Beitrag hast Du mich erst mal ganz ordentlich irritiert. Bevor jetzt von mir eventuell irgendwelche Missverständnisse einfach übergangen werden, möchte ich deshalb noch ergänzende Anmerkungen dazu machen. [quote:Friederike format="text/plain"]Du schreibst: "Die Beschissenen verfügen prinzipbedingt nicht über die Möglichkeiten um sich allein zielgerichtet zur Wehr setzen zu können." Das halte ich für falsch. Die Prinzipien, die du anführst, sind einzig und allein das "Prinzip der Macht". Ich gebe Dir insofern Recht, als das das entscheidende Prinzip ist.[/quote] Deine Anmerkungen sind für mich auch nach wiederholtem Lesen nicht unmissverständlich. Das entscheidende Prinzip ist Macht beziehungsweise die Mehrheit. Die Beschissenen haben nicht genügend davon, denn sonst hätten sie ja über Jahre hinweg nicht betrogen werden können. Stimmen wir bis hierher noch in unseren Meinungen überein, Friederike? Also müssen die bisherigen Verlierer zunächst versuchen die Macht- bzw. Mehrheitsverhältnisse in den Bereichen zu ihren Gunsten zu beeinflussen, in denen sie Veränderungen anstreben. Damit aber nicht plötzlich irgendeine Minderheit, die Macht an sich reißen kann, gibt es nun verschiedene Gesetze um dieses nach Möglichkeit zu verhindern. Ich muss diese Tatsache einfach als gegeben hinnehmen und möchte an dieser Stelle jetzt nicht über deren Vor- und Nachteile diskutieren. Wenn man also auch genügend andere dazu motivieren kann, sich selbst ausreichend Klarheit zu verschaffen, damit sie selbst erkennen können, dass auch sie bereits zu den Betrogenen zählen, aber die Auswirkungen erst noch zu spüren bekommen werden, dann würde man die Macht- bzw. Mehrheitsverhältnisse hoffentlich in dem erforderlichen Umfang ändern können. Die Machtinhaber wissen natürlich ganz genau, dass sie eigentlich sogar die Mehrheit verkauft haben, aber die kann bereits durch die gezielte Nutzung der Medien und im Notfall durch geänderte Gesetze ganz einfach und vollkommen legitim von einer möglichen Solidarisierung abgebracht werden. In der Wirtschaft funktioniert das „Zerstückeln“ der Belegschaften oder ganzer Unternehmen doch auch hervorragend. Vielfach helfen sogar und oftmals ganz bewusst die Interessenvertretungen dabei tatkräftig mit. Also Macht ist für mich schon das entscheidende und unveränderbare Prinzip. [quote:Friederike format="text/plain"]Ich gebe Dir nicht Recht, insofern Du das als Prinzip, also als unveränderliche Gesetzmäßigkeit betrachtest. Kräfteverhältnisse sind eben das, was verändert werden kann und auch sich objektiv ständig verändert. Man kanns auch bewußt verändern.[/quote] Die Macht- und Kräfteverhältnisse kann und muss man verändern, aber das Prinzip selbst ist zumindest nach meinen bisherigen Kenntnissen nicht änderbar. Es wäre natürlich möglich, dass ich bei meinen bisherigen Betrachtungen etwas übersehen habe, aber zwecks Erfahrungsaustausch beteilige ich mich ja auch am Forum. [quote:Friederike format="text/plain"]Wenn Heidi die tickende Zeitbombe sieht, dann kann ich nur als verantwortungsbewußter Mensch sagen: Klarheit, Klarheit und nochmals Klarheit! Die Wissenschaft ist nicht nur für Profitgeier und Haie da - sie ist vor allem dazu da, die Welt zu erkennen um sie für uns verändern zu können. Das erfordert Mut! Hinstehen für die Wahrheit![/quote] Ganz genau! Für die Schaffung von Klarheit und Wahrheit sind also entsprechende Fachleute und Wissenschaftler notwendig. Wie finde ich aber die Guten? Bevor ich auf einen redlichen Experten stoße, treffe ich doch prinzipbedingt (dieses Mal ein anderes Prinzip) mindestens auf hundert Fachleute mit einer weniger redlichen Gesinnung, die man aber oft erst dann feststellt, wenn diese Leute sich bereits in sicheren Positionen befinden. Wie schnell allzu wahrheitsliebende Politiker von einem machtbesessenen und langjährigen Bundeskanzler regelrecht abgeschossen wurden, dass dürfte uns ja noch gut in Erinnerung sein. [quote:Friederike format="text/plain"]Lug und Trug ist das, was vor allem Jugendliche zutiefst abstößt.[/quote] Ja, aber vielleicht nur solange, bis sie feststellen müssen, dass man allein durch Ehrlichkeit auch keinen Ausbildungsplatz erhält. Bei vielen Kindern ist doch außerdem bereits das Vertrauensverhältnis zu den eigenen Verwandten stark beeinträchtigt, auch wenn diese vielleicht vorerst nur die anderen täuschen. Und wenn ihnen gerade die aufrichtigen aber dafür vielleicht karrierelos gebliebenen Menschen nicht bei ihrem weiteren Lebensweg helfen können, sondern sie gar von anderen mit fragwürdiger Gesinnung Unterstützung erhalten, dann ist das auch nicht gerade ein Sieg der Gerechtigkeit. [quote:Friederike format="text/plain"]Die Leute, die die Aufgabe der Kontrolltätigkeit übernommen haben, müssen die höchste Schöpferischkeit an den Tag legen, denn sie werden als Erste mit den neuen Fragestellungen konfrontiert. Was für eine Herausforderung![/quote] Da habe ich wohl leider nicht ganz aufgepasst. Welche Leute, Kontrolltätigkeit und Fragestellungen meinst Du? Viele Grüße TheoRie
  • Re: Jugendgefährdende Forumsbeiträge

    Abgeschickt von Theorie am 24.Juli 2006 10:44
    Lieber TheoRie, ja, bei den Prinzipien habe ich mich verhakelt. Halten wir also fest: Die Frage der Macht ist sehr wohl die entscheidende prinzipielle Frage. Aber es ist kein Prinzip, keine Gesetzmäßigkeit, daß die Machthaber sie auf alle Ewigkeit behalten. Die Geschichte zeigt eine andere Gesetzmäßigkeit. "Das Unrecht geht heute einher mit sicherem Schritt..." Gruß Friederike
  • Re: Jugendgefährdende Forumsbeiträge

    Abgeschickt von Theorie am 24.Juli 2006 18:33
    Liebe Friederike, vermutlich wird es Heidi etwas missbilligen, wenn ich vom Kernthema zu weit abschweife, aber auf die „Gesetzmäßigkeit der Geschichte“ und Deinen Verweis auf das Gedicht „Lob der Dialektik“ von Bertold Brecht möchte ich Dir trotzdem antworten. Natürlich stelle ich einen Machtwechsel keineswegs in Frage, andererseits gilt auch für eine sogenannte „Offene Gesellschaft“ folgendes soziologisches Gesetz: [STRONG]„Im Leben stehen einem anständigen Charakter so und so viele Wege offen, um vorwärts zu kommen. Einem Schuft stehen bei gleicher Intelligenz und Tatkraft auf dem gleichen Platz diese Wege auch alle offen. Daneben aber auch noch andere, die ein anständiger Kerl nicht geht. Er hat daher mehr Chancen, vorwärts zu kommen, und infolge dieser negativen charakterlichen Auslese findet eine Anreicherung der höheren Gesellschaftsschichten mit Schurken statt. Das muss man wissen, wenn man die Weltgeschichte verstehen will."[/STRONG] [em]Hermann Julius Oberth (1894 - 1989), deutscher Physiker und Raumfahrtpionier[/em] Die kürzere Abwandlung „ Gute Mädchen kommen in den Himmel, böse überall hin.“ dürfte vermutlich einen größeren Bekanntheitsgrad besitzen. Gruß TheoRie P.S.: Vorerst habe ich das Buch „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“ von Karl Popper noch nicht in meinem Bücherregal, aber vielleicht „zwingst“ Du mich ja noch dazu, es zu kaufen und zu lesen.
  • Re: Jugendgefährdende Forumsbeiträge

    Abgeschickt von Theorie am 24.Juli 2006 20:51
    na Popper würde ich dir nun nicht gerade empfehlen - aber das kannst Du dir ja selber ausrechnen. Wegen der "Anreicherung mit Schurken" mache ich mir ja dauernd Gedanken, wie die Kontrolle von unten weiterentwickelt werden muß. Der "Nichtschurke" wünscht durchaus Kontrolle, der "Schurke" entwickelt ein ganzes System um ihr zu entgehen. Egal in welcher Gesellschaftsordnung. Ich hatte übrigens nie das Ziel "Aufstieg". Ich wollte eigentlich immer nur wissen, was ich tun muß, damit es der Veränderung des Ganzen nützt, im Interesse der Mehrheit der Menschen. Den Weg bin ich auch gegangen bis zu dem Punkt an dem ich mehr oder weniger allein den Weg weitersuchen mußte. Seither gehts recht holprig zu - aber auch spannend. Gruß Friederike
  • Re: Jugendgefährdende Forumsbeiträge

    Abgeschickt von Theorie am 24.Juli 2006 22:09
    Hallo zusammen, 1. Nein, ich habe nichts gegen eine kleine Abweichung von unserem Thema einzuwenden. Wir sind doch hier nicht in der Schule, wo man wegen Themaverfehlung eine 6 bekommt! 2. In meinem Beitrag über "menschlichen Sprengstoff" wählte ich als Beispiel eine junge Türkin, weil hier in der Gegend viele Türken leben. Darum fiel mir das als erstes ein. Aber ich könnte ebenso auch einen jungen Deutschen wählen, der dann auf Rechtsradikale hereinfällt, die ihm erzählen, dass die Ausländer an allem Schuld sind. Die Gefahr, dass enttäuschte und verbitterte Jugendliche solchen "Rattenfängern" nachlaufen, besteht immer. 3. Nun ein Kommentar zu dem Artikel über den jungen Mann, der da so demonstartiv und dramatisch den Generationenvertrag kündigt. Ich verstehe dieses ganze Theater nicht. Was ist denn dabei, wenn ein junger Mensch nicht in seinem Heimatland, sondern woanders arbeiten möchte? Das ist sein gutes Recht! Er ist weder ein tragischer Held noch ein Verräter oder vertragsbrüchig. Er ist ein strebsamer, ehrgeiziger und weltoffener junger Akademiker, der sein Leben nach seinen eigenen Vorstellungen gestalten möchte. Und wer weiß, vielleicht kehrt er ja eines Tages sogar nach Deutschland zurück und bringt dann eine Menge wertvolle Erfahrungen mit. So ein 20jähriger kann doch noch gar nicht ahnen, was im Leben noch alles auf ihn zukommt. Kann ja sein, dass ihn ein Arbeitgeber aus dem Ausland nach Deutschland schickt, eben weil er von dort stammt und deshalb gut in einer deutschen Zweigstelle eingesetzt werden kann. Es hängt natürlich auch von der deutschen Regierung ab, wie die Bedingungen dann sind. Vielleicht kommen die Herrschaften doch noch ins Grübeln, wenn nicht nur Unternehmer, sondern auch junge Fachkräfte ins Ausland abwandern. Gruß, Heidi
  • Re: Jugendgefährdende Forumsbeiträge

    Abgeschickt von Theorie am 24.Juli 2006 22:32
    Liebe Friederike, mit Popper kann ich mir mangels Kenntnissen eigentlich gar nichts ausrechnen, sondern ich bin rein zufällig auf ihn gegoogelt. Wenn ich die Zeit für ein in diesem Themenbereich abzubauendes Wissensdefizit gekommen sehe, dann kann ich natürlich auch mit einer anderen Einstiegslektüre beginnen. [quote:Friederike format="text/plain"]Ich hatte übrigens nie das Ziel "Aufstieg". Ich wollte eigentlich immer nur wissen, was ich tun muß, damit es der Veränderung des Ganzen nützt, im Interesse der Mehrheit der Menschen. Den Weg bin ich auch gegangen bis zu dem Punkt an dem ich mehr oder weniger allein den Weg weitersuchen mußte. Seither gehts recht holprig zu - aber auch spannend.[/quote] Diese Zeilen von Dir hätten auch glatt von mir stammen können. Meinen momentanen Alleingang habe ich ausgerechnet „Schurken“ aus den eigenen Reihen zu verdanken, und andere sind es wiederum gewesen, die mich haben erkennen lassen, dass man das oftmals mühsam Erarbeitete selbst weitertragen muss, um einen Missbrauch oder eine Verfälschung durch andere ausschließen zu können. Aktuelle und weitgehend ungefilterte Informationen bilden eine wesentliche Grundlage für ein möglichst erfolgreiches Arbeiten, und dafür muss man in der Regel auch für andere ein quasi legitimierter Gesprächspartner sein. Wenn Du Dich also wirklich „voll“ in eine Sache einbringen möchtest, dann wirst Du in einer Organisation mit einer Art Vertreterstruktur zumindest um das Erreichen eines Vertreteramtes nicht herumkommen. Wenn wir das geschafft haben, dann beraten wir uns gegenseitig, wie wir einer schleichenden Verschlechterung unseres Charakters begegnen können, damit wir selbst keine Schurken werden. Und bis dorthin werden sich unsere holprigen Pfade hoffentlich noch oft im Forum des NCI kreuzen. Viele Grüße TheoRie P.S.: Vielleicht sollten wir dieses Thema besser im Kreis unserer „Gewerkschaftsrunde“ weiterführen, denn dorthin würde es doch eigentlich ganz gut passen.
  • Re: Jugendgefährdende Forumsbeiträge

    Abgeschickt von Theorie am 24.Juli 2006 23:14
    Lieber TheoRie, ich habe ca. 30 Jahre Organsiertheit mit verschiedensten Funktionen hinter mir (MLPD, IGM,), bei Verdi bin ich noch Mitglied, habe aber meine letzten Funktionen niedergelegt. Nicht weil ich die Arbeit falsch fand - es kostet mich nur soviel Kraft, das "allein Weitersuchen". Vom "Stellvertretertum" habe ich übrigens auch nie was gehalten. Alle Funktionen, die ich hatte, habe ich als Verantwortung verstanden a) meine Aufgabenstellung zu erfassen und zu erfüllen, b) Kräfte zu entwickeln, die mich dann jederzeit ersetzen können bzw. andere Aufgaben übernehmen können. Das hat durchaus gewaltig Spaß gemacht, bis zu dem Zeitpunkt, als sie die jungen Kräfte immer vergrault haben, wenn es so weit war, daß sie Aufgaben übernehmen konnten bzw. bis zu dem Zeitpunkt als sie mich selber rausgeschmissen haben. Gruß Friederike
  • Re: Jugendgefährdende Forumsbeiträge

    Abgeschickt von Theorie am 24.Juli 2006 23:21
    Nachtrag: (Die Gesetzmäßigkeit lautet: Alzheimer) Zu Popper: Er gehört zu den "Positivisten", falls du mal googeln willst. Das ist eine außerordentlich unkritische Strömung in der neueren Philosophie, die die "Verhältnisse, wie sie sind" als gegeben hinnimmt und dann halt das Beste daraus zu machen versucht. Ein Gegenpol zur kritischen deutschen Philosophie. Gruß Friederike
  • Re: Jugendgefährdende Forumsbeiträge

    Abgeschickt von Theorie am 24.Juli 2006 23:46
    Liebe Heidi, Deine Forderungen nach ausreichend Lehrstellen und Übernahme nach der Lehre, entsprechend der Ausbildung, teile ich voll und ganz. Das ist das ABC von uns Gewerkschaftern. Mir gehts dabei nicht in erster Line um die "Entschärfung der Bombe" sondern darum, daß das genau die Forderungen sind, anhand derer die Jugend lernt, für ihre eigene Zukunft zu kämpfen und wir die Aufgabe haben, das voll und ganz zu unterstützen. Die "Ausbildungsabgabe" für Betriebe, die nicht ausbilden halte ich für ein reines "Freikaufen" und für völlig verantwortungslos. Das Bindeglied zwischen Jung und Alt ist die Forderung nach der 30-Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich - im Gegensatz zu den Forderungen des BDI nach Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnausgleich - gekoppelt mit der Hartz - Lohndumperei. Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich ist die einzig adäquate Antwort auf die Steigerung der Produktivität und sie muß international erkämpft werden. Das ist das Neue. Und weil ds ohne Streiks nicht geht, muß man auch für ein Streikrecht kämpfen, das sowohl die Lehrlinge einbezieht und durchaus auch ihre Lehrer. Also ein allseitiges Streikrecht, das gesetzlich anerkannt ist und eben auch politische Forderungen umfassen können muß, wie z.B. "Schluß mit Hartz! - Wir sind Menschen und keine Kostenfaktoren". Gruß Friederike
  • Re: Jugendgefährdende Forumsbeiträge

    Abgeschickt von Theorie am 25.Juli 2006 09:08
    Beitrag verschoben. Siehe [url href="http://www.netzwerkit.de/projekte/ekf"]Projekt EKF[/url] für Details.
  • Re: Jugendgefährdende Forumsbeiträge

    Abgeschickt von Theorie am 25.Juli 2006 09:26
    Beitrag verschoben. Siehe [url href="http://www.netzwerkit.de/projekte/ekf"]Projekt EKF[/url] für Details
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